Fotos: Alexandra Lechner für Gira

Raffiniert geschachtelt, smart geplant

Für ein Grundstück mit Hanglage und 5 Metern Gefälle hat in_design_architektur ein cleveres Wohnhaus entworfen: Drei Kuben unterschiedlicher Größe sind so gestapelt, dass das Haus eine klare, unverwechselbare Identität erhält. Die Architekten spielen mit Raumhöhen, Blickachsen und versetzt angeordneten Ebenen. Kombiniert ist die raffinierte Architektur mit intelligenter Smart Home-Technik: Ein KNX System vernetzt alle Komponenten im Haus und sorgt so für Komfort, für Sicherheit und trägt dazu bei, Tag für Tag Energie zu sparen.

„Den Bauherren schwebte ein klassisch geometrischer Baukörper in Anlehnung ans Bauhaus vor“, berichtet Architekt Tim Driedger. „Zugleich sollte das geradlinige Haus aber einen eigenständigen Charakter haben und sich von der Bebauung im Umfeld abheben.“ Die Kuben wurden bewusst so arrangiert, dass sie auf die Höhenunterschiede reagieren, die städtebaulichen Vorgaben mit ihren Traufhöhen einhalten und die Fenster mit ihrer Ausrichtung und dem Ausblick der Sonnen folgen. Die geschickt platzierte Dachterrasse gibt den Blick frei auf die Frankfurter Skyline.

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  • Die zweite Ebene im Wohnquader ist mit nur 2,40 m Raumhöhe bewusst flach gehalten – das steht im schönen Kontrast zum offenen Wohnbereich. Mit einer Glasbrüstung öffnet sich die Galerie mit Büro in den Raum
    Die zweite Ebene im Wohnquader ist mit nur 2,40 m Raumhöhe bewusst flach gehalten – das steht im schönen Kontrast zum offenen Wohnbereich. Mit einer Glasbrüstung öffnet sich die Galerie mit Büro in den Raum

    Der erste flache Kubus beherbergt die Garage und den Eingangsbereich. 15,5-Grad-Winkel dazu ist der markante Wohnkubus angeordnet. Vom Eingang aus betritt man über wenige Stufen den großzügigen Wohnbereich, der sich komplett nach oben über zwei Etagen und 5,40 Meter Raumhöhe öffnet sowie zweiseitig nahezu raumhoch verglast ist. Hier befindet sich der lichtdurchflutete Essbereich, ein fast weißer, fugenlos gespachtelter Bodenbelag unterstreicht die luftige Wirkung. Über der Küche und der Sofaecke ist auf 2,70 Metern Höhe eine Galerie eingezogen, auf der sich das Büro befindet. So ist auch beim Arbeiten immer der Bezug zum Familienleben gegeben. Mit der deutlich geringeren Raumhöhe von 2,40 Metern über dem Schreibtisch und dem Blick in den über 5 Meter hohen offenen Raum wurden bewusst Kontraste gesetzt – zugleich vermittelt der Wohnkubus überall das Gefühl von Licht, Luft und Weite.

  • Der mittlere, graue Kubus erscheint nach vorne eher dezent, er zieht sich U-förmig bis in den Garten. Durch seine nach vorn versetzte Anordnung scheint er über dem Eingang zu schweben und ersetzt so auch gleich ein Vordach
    Der mittlere, graue Kubus erscheint nach vorne eher dezent, er zieht sich U-förmig bis in den Garten. Durch seine nach vorn versetzte Anordnung scheint er über dem Eingang zu schweben und ersetzt so auch gleich ein Vordach

    Der dritte und vom Platzangebot her größte Gebäudeteil besitzt eine L-Form. Er schwebt scheinbar über dem Eingang und wird vom Wohnkubus eingeschnitten. So wirkt er von der Straßenansicht aus sehr dezent und wird durch hellgrauen Putz leicht hervorgehoben. Dieser Kubus beherbergt drei Ebenen, die zum Wohnquader hin um 1/3 bzw. 2/3 in der Höhe versetzt sind. „Die springenden Ebenen berücksichtigen zum einen die Hanglage“, berichtet Tim Driedger weiter, „zum anderen wurde es durch diese Gebäudekubatur möglich, mit unterschiedlichen Raumhöhen auf die Bedürfnisse zu reagieren. Wir konnten die Dachterrasse über dem Wohnbereich anlegen und haben trotz allem die vorgegebene Traufhöhe eingehalten.“ Das Haus umfasst eine Wohnfläche von 238 qm, die Nutzfläche insgesamt beträgt 270 qm.

  • Wie eingeschoben wirkt der mit dunklen Fliesen verkleidete Block. Er verbindet das Elternbad mit dem Sauna- bzw. Wellnessbereich
    Wie eingeschoben wirkt der mit dunklen Fliesen verkleidete Block. Er verbindet das Elternbad mit dem Sauna- bzw. Wellnessbereich

    Während eine eigene Etage für die Kinder und die Abstellräume jeweils 2,70 Meter hoch sind, besitzt die obere Etage mit Elternschlafzimmer, Bad und Wellnessbereich eine luftige Raumhöhe von 3,20 Metern. Letzterer weckt mit Farbabstimmungen aus warmen Erd- und Sandtönen Erinnerungen an Inselparadiese – eine Wand ziert ein ganz persönliches, selbst geschossenes Urlaubs-Strandmotiv. Zwischen Sauna- bzw. Wellnessbereich und dem eigentlichen Badezimmer liegt ein wie eingeschoben wirkender Block. Er hebt sich ab durch seine dunklen Fliesen, die sich vom Boden bis zur Decke ziehen. Hier befindet sich die Ruhezone mit elegant abgedeckter Badewanne sowie eine Nische für Dusche und WC. Die großformatigen Keramik-Fliesen, die nur mit Minimalfugen verlegt sind, sowie die flächenbündig installierten Spiegel erzeugen eine Optik wie aus einem Guss.

    Der Jahres-Primärenergiebedarf des KfW-Effizienzhauses 70 liegt mehr als 70 Prozent unter dem Höchstwert der aktuellen EnEV. Zudem unterschreitet es den vorgegebenen Höchstwert des Transmissionswärmeverlustes sogar um 34,7 Prozent. Es geht also sparsam mit Ressourcen um: Die Architekten haben die Fensteröffnungen so angeordnet, dass sich die Räume an kalten, sonnigen Tagen durch möglichst hohen solaren Eintrag erwärmen. Solarkollektoren auf dem Dach unterstützen sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Heizung mit einer Gas-Brennwerttherme. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für minimalen Wärmeverlust, da die kühle Frischluft mit der Energie der Abluft vorgewärmt wird.

  • Auf Gira Tastsensoren im Schalterdesign Gira E2 lassen sich Heizung und Jalousien bedienen, Lichtszenen sowie das Gira Unterputz-Radio aktivieren – alles über einen intelligenten Schalter, der bei Bedarf auch umprogrammiert werden kann
    Auf Gira Tastsensoren im Schalterdesign Gira E2 lassen sich Heizung und Jalousien bedienen, Lichtszenen sowie das Gira Unterputz-Radio aktivieren – alles über einen intelligenten Schalter, der bei Bedarf auch umprogrammiert werden kann

    Die automatische Lüftung bedeutet für das Ehepaar aber auch ein Plus an Komfort. Mehr Komfort, aber vor allem ein effizienterer Energieeinsatz sowie Sicherheits-Aspekte sprachen für ein Smart Home auf Grundlage eines KNX-Systems, das alle Komponenten der Haustechnik vernetzt. Ein Gira HomeServer fungiert als Zentrale und „Gehirn“ des intelligenten Hauses: Hier laufen alle Meldungen zusammen, werden ausgewertet und teilweise protokolliert. Darauf basierend werden dann logische Befehle an die verschiedensten Autoren geschickt. So ließ sich beispielsweise eine praktische Funktion „alles aus“ umsetzen, mit der sich zentral und mit einem Tastendruck alle Energiefresser, kritischen Steckdosen wie die des Bügeleisens, Leuchten, die Musik im gesamten Haus sowie die Außensteckdosen deaktivieren lassen. Geplant, installiert und programmiert hat die cleveren Lösungen der System-Integrator Stephan Christmann von der Christmann Automation GmbH.

    Mit Gira Tastsensoren – intelligenten Schaltern – lassen sich nicht nur einzelne Leuchten ein- und ausschalten, sondern ganze Lichtszenen abrufen, etwa für gemeinsame Essen, zum Kochen oder für den gemütlichen Fernsehabend. Im Wellness-Bereich sind Bromberg vitaLED ins KNX-System eingebunden, deren Farben sich exakt wählen und in Szenen einbinden lassen. Dank eines Gira Unterputz-Radios inklusive Dockingstation ist zudem für Musik gesorgt. Bei den Szenen „Guten Morgen“ oder „Sauna-Abend“ sind so sowohl Licht- und Farbabstimmungen hinterlegt als auch die passende Musik.

    Auf den mobilen Geräten der Bauherren ist über das intuitiv nutzbare Interface der Gira HomeServer App die gesamte Haustechnik jederzeit und auch von unterwegs aus steuerbar.

  • Das Innere des Wohn-Kubus ist hell und luftig. Über dem Essbereich öffnet sich der Raum über zwei Etagen mit einer Höhe von 5,40 m. Hier ist er auch zweiseitig fast gebäudehoch verglast
    Das Innere des Wohn-Kubus ist hell und luftig. Über dem Essbereich öffnet sich der Raum über zwei Etagen mit einer Höhe von 5,40 m. Hier ist er auch zweiseitig fast gebäudehoch verglast

    Aus Sicherheitsgründen wurden Verglasungen mit den Widerstandsklassen RC 2 bzw. RC 3 bei allen zugänglichen Fensterflächen gewählt. Hinzu kommt ein Alarmsystem, das Einbruchsversuche meldet. Sämtliche Fenster und Türen sind mit speziellen Kontakten versehen, die deren Position an den Server weitergeben. Wird ein Fenster oder eine Tür nach dem Scharfschalten geöffnet, reagiert das System mit lautem Alarm, dem Einschalten der Beleuchtung im ganzen Haus, dem Öffnen der Jalousien und einem Anruf und einer E-Mail an den Hausherrn. Das gleiche Szenario wird abgerufen, wenn die Gira Rauchwarnmelder anspringen. Zugleich stellt eine direkte Aufschaltung zu einem regionalen Sicherheitsunternehmen sicher, dass im Alarmfall innerhalb weniger Minuten Sicherheitspersonal vor Ort ist. Bei Störmeldungen der Lüftung oder Heizung erhält der Bauherr eine Warnung per E-Mail und in der App auf dem iPad.

    Ins Haus gelangen die Bewohner schlüssellos über die Codetastatur Gia KeylessIn – so können keine Schlüssel mehr verloren gehen. Über die Tastatur wird zugleich das Alarmsystem scharf/unscharf geschaltet. „Ist beim Verlassen des Hauses noch ein Fenster oder eine Terrassentür offen, ertönt aus der Sprechanlage ein entsprechender Hinweis, sobald die Alarmanlage aktiviert wird“, erklärt Stephan Christmann eine weitere praktische Funktion. „Auf dem iPad kann dann geprüft werden, wo genau noch etwas geöffnet ist.“ Klingelt es an der Tür, kann über die Gira Türkommunikation mit dem Besucher gesprochen und er kann eingelassen werden – oder eben nicht.

  • Das Smart Home ist gerüstet für die Zukunft: Die Haustechnik ist via KNX vernetzt, alle Komponenten lassen sich zentral und im Verbund miteinander steuern. Die Steuerzentrale im Hintergrund ist ein Gira HomeServer, bedient wird u.a. über iPad
    Das Smart Home ist gerüstet für die Zukunft: Die Haustechnik ist via KNX vernetzt, alle Komponenten lassen sich zentral und im Verbund miteinander steuern. Die Steuerzentrale im Hintergrund ist ein Gira HomeServer, bedient wird u.a. über iPad

    „Viele der Funktionen haben die Bauherren sich zunächst in unserem Showroom angesehen“, berichtet der System-Integrator weiter. „So zum Beispiel den Panikschalter, einen Lichtschalter, der bei langem Drücken die Beleuchtung im gesamten Haus aktiviert. Eventuell ums Haus schleichende Einbrecher lassen sich so gut abschrecken.“ In gemeinsamen Planungsgesprächen wurde zudem definiert, welche Funktionen machbar sind und welche ganz individuell für die Bauherren sinnvoll erscheinen.

    So sind auch die Jalousien in das KNX-System eingebunden: Warnt die Wetterstation auf dem Dach vor starkem Wind, fahren sie automatisch nach oben. Umgekehrt schließen sie an heißen Sommertagen, um zu großen Wärmeeintrag zu vermeiden. Die Lüftung kann einfach über die Gira Tastsensoren geregelt werden, und selbst die Fußbodenheizung ist via KNX vernetzt. Wird beim Gehen „alles aus“ aktiviert, fährt auch die Heizung ein wenig runter. Ist die Familie im Winterurlaub, lässt sie sich am letzten Urlaubstag aus der Ferne wieder hochfahren – für wohlige Wärme bei der Ankunft daheim.
    Mit ihrer KNX-Installation sind die Bauherren des Smart Homes bestens gerüstet für die Zukunft, denn mit nur wenig Aufwand lassen sich bei Bedarf Funktionen neu programmieren, ohne Wände aufstemmen und komplett umbauen zu müssen. Selbst an Smart Metering haben die Bauherren schon gedacht: So ließe sich künftig die Waschmaschine nachts mit günstigerem Strom betreiben, und ein Elektroauto könnte nachts zu günstigen Preisen geladen werden, wenn ein Stromüberschuss im Netz besteht. Noch hat die Familie kein Elektroauto, der Anschluss ist aber bereits installiert.

Steckbrief

Grundfläche:
ca 135 qm Haus + 35 qm Garage = 170 qm (EG)

Wohnfläche:
238 m2

Baujahr:
2014/2015

Licht:

Lichtszenarien Sauna/Spa, Küchenbereich und Ess- und Wohnzimmer; Steuerung Gesamtgebäude (Schockfunktion, präsenzabhängig in Bewegungsräumen)

Heizung:

Witterungsabhängige Steuerung der Fußbodenheizung, Einbindung Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Verschattung:

Einbindung EMA, Brandmeldeanlage und Verknüpfung mit Wetterstation

Medientechnik:

Musik in Spa und Gäste-WC, iPod-, iPad- und iPhone-Docking-Stationen

Sicherheit:

vorhanden, Einzelheiten sind vertraulich

Visualisierung:

GIRA Home Server

Sonstiges:

Panikfunktionen, Einbindung Brandmeldeanlage, Einbindung E-Auto-Ladestation in Garage sowie Vorbereitung für bereichsweises
‚smart metering’

Hersteller:

Dienstleister:

Links

Raffiniert geschachtelt, smart geplant

Fotos: Alexandra Lechner für Gira

Für ein Grundstück mit Hanglage und 5 Metern Gefälle hat in_design_architektur ein cleveres Wohnhaus entworfen: Drei Kuben unterschiedlicher Größe sind so gestapelt, dass das Haus eine klare, unverwechselbare Identität erhält. Die Architekten spielen mit Raumhöhen, Blickachsen und versetzt angeordneten Ebenen. Kombiniert ist die raffinierte Architektur mit intelligenter Smart Home-Technik: Ein KNX System vernetzt alle Komponenten im Haus und sorgt so für Komfort, für Sicherheit und trägt dazu bei, Tag für Tag Energie zu sparen.

„Den Bauherren schwebte ein klassisch geometrischer Baukörper in Anlehnung ans Bauhaus vor“, berichtet Architekt Tim Driedger. „Zugleich sollte das geradlinige Haus aber einen eigenständigen Charakter haben und sich von der Bebauung im Umfeld abheben.“ Die Kuben wurden bewusst so arrangiert, dass sie auf die Höhenunterschiede reagieren, die städtebaulichen Vorgaben mit ihren Traufhöhen einhalten und die Fenster mit ihrer Ausrichtung und dem Ausblick der Sonnen folgen. Die geschickt platzierte Dachterrasse gibt den Blick frei auf die Frankfurter Skyline.

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Die zweite Ebene im Wohnquader ist mit nur 2,40 m Raumhöhe bewusst flach gehalten – das steht im schönen Kontrast zum offenen Wohnbereich. Mit einer Glasbrüstung öffnet sich die Galerie mit Büro in den Raum
Die zweite Ebene im Wohnquader ist mit nur 2,40 m Raumhöhe bewusst flach gehalten – das steht im schönen Kontrast zum offenen Wohnbereich. Mit einer Glasbrüstung öffnet sich die Galerie mit Büro in den Raum

Der erste flache Kubus beherbergt die Garage und den Eingangsbereich. 15,5-Grad-Winkel dazu ist der markante Wohnkubus angeordnet. Vom Eingang aus betritt man über wenige Stufen den großzügigen Wohnbereich, der sich komplett nach oben über zwei Etagen und 5,40 Meter Raumhöhe öffnet sowie zweiseitig nahezu raumhoch verglast ist. Hier befindet sich der lichtdurchflutete Essbereich, ein fast weißer, fugenlos gespachtelter Bodenbelag unterstreicht die luftige Wirkung. Über der Küche und der Sofaecke ist auf 2,70 Metern Höhe eine Galerie eingezogen, auf der sich das Büro befindet. So ist auch beim Arbeiten immer der Bezug zum Familienleben gegeben. Mit der deutlich geringeren Raumhöhe von 2,40 Metern über dem Schreibtisch und dem Blick in den über 5 Meter hohen offenen Raum wurden bewusst Kontraste gesetzt – zugleich vermittelt der Wohnkubus überall das Gefühl von Licht, Luft und Weite.

Der mittlere, graue Kubus erscheint nach vorne eher dezent, er zieht sich U-förmig bis in den Garten. Durch seine nach vorn versetzte Anordnung scheint er über dem Eingang zu schweben und ersetzt so auch gleich ein Vordach
Der mittlere, graue Kubus erscheint nach vorne eher dezent, er zieht sich U-förmig bis in den Garten. Durch seine nach vorn versetzte Anordnung scheint er über dem Eingang zu schweben und ersetzt so auch gleich ein Vordach

Der dritte und vom Platzangebot her größte Gebäudeteil besitzt eine L-Form. Er schwebt scheinbar über dem Eingang und wird vom Wohnkubus eingeschnitten. So wirkt er von der Straßenansicht aus sehr dezent und wird durch hellgrauen Putz leicht hervorgehoben. Dieser Kubus beherbergt drei Ebenen, die zum Wohnquader hin um 1/3 bzw. 2/3 in der Höhe versetzt sind. „Die springenden Ebenen berücksichtigen zum einen die Hanglage“, berichtet Tim Driedger weiter, „zum anderen wurde es durch diese Gebäudekubatur möglich, mit unterschiedlichen Raumhöhen auf die Bedürfnisse zu reagieren. Wir konnten die Dachterrasse über dem Wohnbereich anlegen und haben trotz allem die vorgegebene Traufhöhe eingehalten.“ Das Haus umfasst eine Wohnfläche von 238 qm, die Nutzfläche insgesamt beträgt 270 qm.

Wie eingeschoben wirkt der mit dunklen Fliesen verkleidete Block. Er verbindet das Elternbad mit dem Sauna- bzw. Wellnessbereich
Wie eingeschoben wirkt der mit dunklen Fliesen verkleidete Block. Er verbindet das Elternbad mit dem Sauna- bzw. Wellnessbereich

Während eine eigene Etage für die Kinder und die Abstellräume jeweils 2,70 Meter hoch sind, besitzt die obere Etage mit Elternschlafzimmer, Bad und Wellnessbereich eine luftige Raumhöhe von 3,20 Metern. Letzterer weckt mit Farbabstimmungen aus warmen Erd- und Sandtönen Erinnerungen an Inselparadiese – eine Wand ziert ein ganz persönliches, selbst geschossenes Urlaubs-Strandmotiv. Zwischen Sauna- bzw. Wellnessbereich und dem eigentlichen Badezimmer liegt ein wie eingeschoben wirkender Block. Er hebt sich ab durch seine dunklen Fliesen, die sich vom Boden bis zur Decke ziehen. Hier befindet sich die Ruhezone mit elegant abgedeckter Badewanne sowie eine Nische für Dusche und WC. Die großformatigen Keramik-Fliesen, die nur mit Minimalfugen verlegt sind, sowie die flächenbündig installierten Spiegel erzeugen eine Optik wie aus einem Guss.

Der Jahres-Primärenergiebedarf des KfW-Effizienzhauses 70 liegt mehr als 70 Prozent unter dem Höchstwert der aktuellen EnEV. Zudem unterschreitet es den vorgegebenen Höchstwert des Transmissionswärmeverlustes sogar um 34,7 Prozent. Es geht also sparsam mit Ressourcen um: Die Architekten haben die Fensteröffnungen so angeordnet, dass sich die Räume an kalten, sonnigen Tagen durch möglichst hohen solaren Eintrag erwärmen. Solarkollektoren auf dem Dach unterstützen sowohl die Warmwasserbereitung als auch die Heizung mit einer Gas-Brennwerttherme. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für minimalen Wärmeverlust, da die kühle Frischluft mit der Energie der Abluft vorgewärmt wird.

Auf Gira Tastsensoren im Schalterdesign Gira E2 lassen sich Heizung und Jalousien bedienen, Lichtszenen sowie das Gira Unterputz-Radio aktivieren – alles über einen intelligenten Schalter, der bei Bedarf auch umprogrammiert werden kann
Auf Gira Tastsensoren im Schalterdesign Gira E2 lassen sich Heizung und Jalousien bedienen, Lichtszenen sowie das Gira Unterputz-Radio aktivieren – alles über einen intelligenten Schalter, der bei Bedarf auch umprogrammiert werden kann

Die automatische Lüftung bedeutet für das Ehepaar aber auch ein Plus an Komfort. Mehr Komfort, aber vor allem ein effizienterer Energieeinsatz sowie Sicherheits-Aspekte sprachen für ein Smart Home auf Grundlage eines KNX-Systems, das alle Komponenten der Haustechnik vernetzt. Ein Gira HomeServer fungiert als Zentrale und „Gehirn“ des intelligenten Hauses: Hier laufen alle Meldungen zusammen, werden ausgewertet und teilweise protokolliert. Darauf basierend werden dann logische Befehle an die verschiedensten Autoren geschickt. So ließ sich beispielsweise eine praktische Funktion „alles aus“ umsetzen, mit der sich zentral und mit einem Tastendruck alle Energiefresser, kritischen Steckdosen wie die des Bügeleisens, Leuchten, die Musik im gesamten Haus sowie die Außensteckdosen deaktivieren lassen. Geplant, installiert und programmiert hat die cleveren Lösungen der System-Integrator Stephan Christmann von der Christmann Automation GmbH.

Mit Gira Tastsensoren – intelligenten Schaltern – lassen sich nicht nur einzelne Leuchten ein- und ausschalten, sondern ganze Lichtszenen abrufen, etwa für gemeinsame Essen, zum Kochen oder für den gemütlichen Fernsehabend. Im Wellness-Bereich sind Bromberg vitaLED ins KNX-System eingebunden, deren Farben sich exakt wählen und in Szenen einbinden lassen. Dank eines Gira Unterputz-Radios inklusive Dockingstation ist zudem für Musik gesorgt. Bei den Szenen „Guten Morgen“ oder „Sauna-Abend“ sind so sowohl Licht- und Farbabstimmungen hinterlegt als auch die passende Musik.

Auf den mobilen Geräten der Bauherren ist über das intuitiv nutzbare Interface der Gira HomeServer App die gesamte Haustechnik jederzeit und auch von unterwegs aus steuerbar.

Das Innere des Wohn-Kubus ist hell und luftig. Über dem Essbereich öffnet sich der Raum über zwei Etagen mit einer Höhe von 5,40 m. Hier ist er auch zweiseitig fast gebäudehoch verglast
Das Innere des Wohn-Kubus ist hell und luftig. Über dem Essbereich öffnet sich der Raum über zwei Etagen mit einer Höhe von 5,40 m. Hier ist er auch zweiseitig fast gebäudehoch verglast

Aus Sicherheitsgründen wurden Verglasungen mit den Widerstandsklassen RC 2 bzw. RC 3 bei allen zugänglichen Fensterflächen gewählt. Hinzu kommt ein Alarmsystem, das Einbruchsversuche meldet. Sämtliche Fenster und Türen sind mit speziellen Kontakten versehen, die deren Position an den Server weitergeben. Wird ein Fenster oder eine Tür nach dem Scharfschalten geöffnet, reagiert das System mit lautem Alarm, dem Einschalten der Beleuchtung im ganzen Haus, dem Öffnen der Jalousien und einem Anruf und einer E-Mail an den Hausherrn. Das gleiche Szenario wird abgerufen, wenn die Gira Rauchwarnmelder anspringen. Zugleich stellt eine direkte Aufschaltung zu einem regionalen Sicherheitsunternehmen sicher, dass im Alarmfall innerhalb weniger Minuten Sicherheitspersonal vor Ort ist. Bei Störmeldungen der Lüftung oder Heizung erhält der Bauherr eine Warnung per E-Mail und in der App auf dem iPad.

Ins Haus gelangen die Bewohner schlüssellos über die Codetastatur Gia KeylessIn – so können keine Schlüssel mehr verloren gehen. Über die Tastatur wird zugleich das Alarmsystem scharf/unscharf geschaltet. „Ist beim Verlassen des Hauses noch ein Fenster oder eine Terrassentür offen, ertönt aus der Sprechanlage ein entsprechender Hinweis, sobald die Alarmanlage aktiviert wird“, erklärt Stephan Christmann eine weitere praktische Funktion. „Auf dem iPad kann dann geprüft werden, wo genau noch etwas geöffnet ist.“ Klingelt es an der Tür, kann über die Gira Türkommunikation mit dem Besucher gesprochen und er kann eingelassen werden – oder eben nicht.

Das Smart Home ist gerüstet für die Zukunft: Die Haustechnik ist via KNX vernetzt, alle Komponenten lassen sich zentral und im Verbund miteinander steuern. Die Steuerzentrale im Hintergrund ist ein Gira HomeServer, bedient wird u.a. über iPad
Das Smart Home ist gerüstet für die Zukunft: Die Haustechnik ist via KNX vernetzt, alle Komponenten lassen sich zentral und im Verbund miteinander steuern. Die Steuerzentrale im Hintergrund ist ein Gira HomeServer, bedient wird u.a. über iPad

„Viele der Funktionen haben die Bauherren sich zunächst in unserem Showroom angesehen“, berichtet der System-Integrator weiter. „So zum Beispiel den Panikschalter, einen Lichtschalter, der bei langem Drücken die Beleuchtung im gesamten Haus aktiviert. Eventuell ums Haus schleichende Einbrecher lassen sich so gut abschrecken.“ In gemeinsamen Planungsgesprächen wurde zudem definiert, welche Funktionen machbar sind und welche ganz individuell für die Bauherren sinnvoll erscheinen.

So sind auch die Jalousien in das KNX-System eingebunden: Warnt die Wetterstation auf dem Dach vor starkem Wind, fahren sie automatisch nach oben. Umgekehrt schließen sie an heißen Sommertagen, um zu großen Wärmeeintrag zu vermeiden. Die Lüftung kann einfach über die Gira Tastsensoren geregelt werden, und selbst die Fußbodenheizung ist via KNX vernetzt. Wird beim Gehen „alles aus“ aktiviert, fährt auch die Heizung ein wenig runter. Ist die Familie im Winterurlaub, lässt sie sich am letzten Urlaubstag aus der Ferne wieder hochfahren – für wohlige Wärme bei der Ankunft daheim.
Mit ihrer KNX-Installation sind die Bauherren des Smart Homes bestens gerüstet für die Zukunft, denn mit nur wenig Aufwand lassen sich bei Bedarf Funktionen neu programmieren, ohne Wände aufstemmen und komplett umbauen zu müssen. Selbst an Smart Metering haben die Bauherren schon gedacht: So ließe sich künftig die Waschmaschine nachts mit günstigerem Strom betreiben, und ein Elektroauto könnte nachts zu günstigen Preisen geladen werden, wenn ein Stromüberschuss im Netz besteht. Noch hat die Familie kein Elektroauto, der Anschluss ist aber bereits installiert.

Steckbrief

Grundfläche:
ca 135 qm Haus + 35 qm Garage = 170 qm (EG)

Wohnfläche:
238 m2

Baujahr:
2014/2015

Licht:

Lichtszenarien Sauna/Spa, Küchenbereich und Ess- und Wohnzimmer; Steuerung Gesamtgebäude (Schockfunktion, präsenzabhängig in Bewegungsräumen)

Heizung:

Witterungsabhängige Steuerung der Fußbodenheizung, Einbindung Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Verschattung:

Einbindung EMA, Brandmeldeanlage und Verknüpfung mit Wetterstation

Medientechnik:

Musik in Spa und Gäste-WC, iPod-, iPad- und iPhone-Docking-Stationen

Sicherheit:

vorhanden, Einzelheiten sind vertraulich

Visualisierung:

GIRA Home Server

Sonstiges:

Panikfunktionen, Einbindung Brandmeldeanlage, Einbindung E-Auto-Ladestation in Garage sowie Vorbereitung für bereichsweises
‚smart metering’

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