
Text: Bernd Franzen, Gartenplus
Gerade kleine Gärten sind durch die Präsenz des Wohnhauses geprägt. In großen Gärten verliert sich der unmittelbare Bezug zum Haus eventuell in der Weite der Rasenfläche, in kleine Gärten jedoch ist das Haus der Bezugspunkt schlechthin. Sich in der Gartengestaltung an dessen Architektur zu orientieren gewährleistet, aus Haus und Garten eine Einheit zu formen.
Selbstverständlich kann man den Garten auch als Gegenpol zum Haus verstehen und bewusst den Kontrast suchen, was aber nicht unbedingt bedeutet, mit geschwungenen Beetkanten, die natürliche Landschaftslinien imitieren sollen, arbeiten zu müssen. Diese Formen, die sich mit mathematischen Sinuskurven vergleichen lassen, kann man auf großen Flächen sehr gut inszenieren, allerdings ist hier eben die Großzügigkeit entscheidend. In kleinen Gärten ist der Platz beschränkt, und hier wirken allzu kleine Schwünge, die die Tendenz zur Schlangenlinie haben, eher künstlich als natürlich.
So wie in diesem Garten kann man auch aus der Innenarchitektur Formen und Achsen ableiten, denn die diagonalen 45-Grad-Linien sind im Haus markant und werden im Garten entsprechend fortgeführt. Es entsteht ein stimmiges Gesamtbild und trotz aller Geradlinigkeit eine besondere Spannung und Lebhaftigkeit. Zudem wirkt der Garten dadurch größer, als er eigentlich ist, da die Blicke der Betrachter entlang der Diagonalen geführt werden, die im Vergleich zu den senkrecht zum Haus verlaufenden Achsen deutlich länger sind.
Die Verlegung des Terrassenbelags entspricht ebenfalls dieser Linienführung, was eine logische Konsequenz im Detail ist. Das bedeutet zwar einen gewissen Mehraufwand beim Plattenzuschnitt, aber das perfekte Ergebnis entschädigt für die Mühe.