Energie selbst produzieren und nutzen
Systaics Energiedach macht Hausbesitzer zu Stromproduzenten
Die Förderprogramme für Solarenergie wurden kürzlich überarbeitet und dabei hielt ein wesentlicher Punkt Einzug. Statt nur den ins Netz eingespeisten Strom zu vergüten, wird nun auch selbst genutzter Solarstrom finanziell gefördert und zwar so, dass in der Summe aus gesparten Stromkosten und Vergütung sogar noch mehr dabei raus springt. Das macht durchaus Sinn, denn nach dem bisherigen Modell muss der kostbare Solarstrom erst durch Kilometer von Leitungen hin und her fließen, bis man ihn dann selbst wieder nutzen kann. Das ist natürlich mit Verlusten verbunden. Gebraucht man den Solarstrom hingegen direkt vor Ort, dann profitiert man von kurzen Wegen. Langfristig gesehen dürfte der „eigene“ Strom sogar ohne Förderung günstiger Sein als der aus dem Netz, ein Zustand, den die Solarbranche mit „Grid Parity“ bezeichnet. Da man aber seinen Strom nicht nur zur Mittagszeit nutzen möchte, wenn die Sonne am stärksten scheint, gilt es, auch diesen irgendwo zu puffern. Da kommt eine andere Entwicklung sehr gelegen, nämlich der Trend zu Elektro- oder Hybridfahrzeugen. Die Autobatterie an Bord ließe sich hervorragend ins Hausnetz einbinden und könnte die benötigte Speicherfunktion übernehmen. Idealerweise käme eine Variante mit Wechselbatterien zum Einsatz, sodass auch dann Strom gespeichert werden kann, während man mit dem Fahrzeug unterwegs ist. Sicherlich ein langfristiges Szenario, aber kein undenkbares. Ohnehin muss man davon ausgehen, dass Strom in Zunft keinen festen Preis mehr „rundum die Uhr“ hat, sondern dass abhängig vom Tagesbedarf die Tarife variieren. Mittags, wenn überall in den Büros die Elektronik auf Hochtouren läuft, kostet eine Kilowattstunde dann deutlich mehr, als zum Beispiels nachts. Umgekehrt ist dann auch denkbar, dass für die Einspeisung unterschiedliche Tarifzeiten gelten. Die elektronischen Stromzähler, die aktuell eingeführt werden, bieten die technische Basis für eine solche Art der Abrechnung, man darf also gespannt sein, wie sich der Strommarkt entwickelt.
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Nr. 1 Januar/Februar 2012Jetzt am Kiosk
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