
Bilder: Barbara Heinz für Gira
Außergewöhnlich soll es sein – allein mit dieser Vorgabe ging die Architektin Sandra Hoelzer an die Planung eines repräsentativen Einfamilienhauses in der Nähe von Heidelberg. Eine entscheidende Rolle kam dem Grundstück zu: Gemeinsam mit den Bauherren fand sie ein versteckt liegendes, spitz zulaufendes und dabei leicht ansteigendes Gelände von 1.200 m2, das von zwei Seiten mit unverbaubaren, naturgeschützten Hängen aus Löss umgeben ist. Hier nisten seltene Vogelarten und Fledermäuse. Die beiden anderen Seiten dagegen gestatten den Blick über das nahegelegene Dorf und die bewaldeten Hügel der Umgebung. Der Blick in die Natur wurde der Architektin zum leitenden Gestaltungsprinzip. Viele und große Fenster waren deshalb ein Muss, um den Baukörper zu öffnen und die Natur ins Haus zu lassen. Gleichzeitig sollen die Fenster möglichst wenig Blick ins Haus gewähren, zumal Vorhänge tabu sind, um die Privatsphäre der Bauherrenfamilie zu wahren.
Aus diesen Vorgaben resultiert die Gebäudeform: Die Stockwerke sind versetzt angeordnet und dabei jeweils so gedreht, dass sie den Wunsch nach Aussicht ins Freie beziehungsweise nach Blickschutz am besten erfüllen. Während sich die vordere Front zur Straße hin öffnet, ist die Rückseite in die spitze Schlucht – die "Hohl" – am Ende des Grundstückes eingepasst. Große Fensterflächen erlauben von der Sauna und den Ruheliegen im Fitnessraum und dem darüber liegenden Elternbad mit großzügiger Badelandschaft aus den Blick in die unverfälschte Natur. Von vorn dagegen schützen die schmalen Fensterschlitze vor neugierigen Blicken: Im 1. Geschoss sind sie beispielsweise so angeordnet, dass die Bewohner genügend "Schutz" hinter dem Mauerwerk finden können – wenn sie das wollen. "Dieses besondere Gefühl von Freiheit wollte ich der Familie geben", so Architektin Hoelzer: "Sie können immer hinaus schauen, ohne das umgekehrt jemand hineinschauen kann, und sich in ihrem Haus völlig frei bewegen."