
Die Automatik schaltet ein paar Gänge runter, denn der steile Hang fordert sein Tribut. Oben angekommen, gilt es noch ein paar Kurven zu meistern, dann liegt das Anwesen vor uns. Eingefasst von alten Bäumen, steinernen Wandelgängen und viel gewachsenem Grün strahlt uns die aus den 30er Jahren stammende Villa an, die seitlich von modernen Anbauten flankiert wird. "Normalerweise wird so etwas nur vererbt" berichtet der Hausherr, doch die Erbengemeinschaft aus zwei älteren Damen hatte zum einem kein Interesse am Objekt selbst, zum anderen daran, dieses an irgendwelche Investoren zu verkaufen. Da kam der jetzige Besitzer mit seinen gefühlvoll geplanten Veränderungen gerade richtig, es war klar, dass das Objekt in gute Hände kommen würde. Der passende Architekt war schnell gefunden und so erwachte der traditionsreiche Bau mittels zweier Anbauten zu neuem Leben, ohne dass dabei die Authentizität auf der Strecke blieb.
Licht- und Sichtachsen, das war es, was dem Architekten bei der Umgestaltung am Herzen lag. Gezielt wurden Türen vergrößert und Wände entfernt, sodass lange Fluchten mit interessanten ausblicken entstanden. Das Bad im Obergeschoss entstand auf der Fläche einer ehemaligen Terrasse und verwöhnt nun dank großer Glasflächen mit viel Licht und ungewöhnlichen Ausblicken: Sonne bei der morgendlichen Dusche oder freier Blick auf den Mond bei einem späten Vollbad, beides ist – im Rahmen wolkenlosen Himmels – durchaus machbar. Überhaupt gehört der Ausblick in vielen Zimmern zu den prägenden Momenten. Im Erdgeschoss wurden lange Sichtachsen geschaffen, Schiebetüren reduzieren störende Elemente auf ein Minimum und am Ende findet sich stets ein lohnender Ausblick. Sei es der Brunnen vor der Küche, sei es das beeindruckende Panorama des Tals, elegant eingerahmt vom alten Baumbestand.