Heim ins Netz: Netzwerkfestplatten
Daten zentral speichern
Risiken, RAID und andere Rezepte
Zentrale Datenspeicherung hat auch sehr viel mit Vertrauen zu tun. Wer seine Erinnerungen in Form von Bildern, Musik und Filmen zentral archiviert, will natürlich jederzeit zuverlässig darauf zugreifen können, auch nach Jahren. Vertraut man seine gesamte Datenflut einer einzigen Festplatte an, dann kann das durchaus mal in die berühmte Hose gehen. Ein zarter Plattenfehler und schon sind die mitunter teuer bezahlten, oftmals aber zumindest einzigartigen Bits und Bytes unwiederbringlich verloren – da tut Datensicherung not. Die meisten Netzwerkplatten bieten deshalb die Option, vom digitalen Leben eine Kopie über USB zu erstellen, die man auch tunlichst nutzen sollte. Regelmäßige Backups auf eine im besten Falle sogar außerhalb der Wohnung befindliche Platte sind deshalb schlichtweg Pflicht. Natürlich kann dies auch eine zweite Netzwerkplatte sein, aber wenn man so weit denkt, dann darf es auch gleich ein RAID-System sein. RAID, das steht für Redundant Array of Independent Disks. Dabei werden mehrere Festplatten zu einer logischen Einheit kombiniert, so dass der Benutzer diese als eine einzige, größere Festplatte wahrnimmt. In Sachen Sicherheit gibt es dabei unterschiedliche Strategien, denn so ein RAID kann natürlich auch einzig zur Kapazitäts- und Geschwindigkeitssteigerung dienen. Die unterschiedlichen Verfahren werden durch Zahlen gekennzeichnet: RAID 0 kennzeichnet dabei die einfachste und zugleich unsicherste Variante, die alle Platten gleichberechtigt zu einer virtuellen größeren kombiniert. Das bringt zusätzlich Geschwindigkeitsvorteile, da der Controller sich die Daten parallel von mehreren Scheiben zusammensuchen kann. RAID 1 heißt die Variante, bei der mindestens zwei Festplatten zum Einsatz kommen und die Daten parallel auf beide Scheiben geschrieben werden. Die Kapazität wird also durch die kleinere Platte bestimmt, normalerweise kommen aber ohnehin identische Exemplare zum Einsatz. Einen guten Kompromiss aus Geschwindigkeit, Sicherheit und Kapazität bieten RAID-5-Systeme. Dabei werden zusätzlich zu den Nutzdaten Sicherheitsinformationen abgelegt, aus denen sich im Falle von Defekten einer Platte die Originalwerte der gesamten Daten wieder rekonstruieren lassen. Verwendet man vier Einzelplatten zu je 500 GB, dann hat man 1,5 Terabyte für Daten zur Verfügung, 500 GB gehen für die Sicherheitsinforationen drauf.
Online speichern
Mehr und mehr kommt auch die Onlinespeicherung von Daten ins Gespräch, und mit zunehmender Geschwindigkeit der Anschlüsse dürfte das durchaus interessant werden. Bei den meist asymmetrischen Verbindungen bedeutet das jedoch, dass man zum Speichern deutlich mehr Zeit benötigt als zum Lesen. Nichtsdestotrotz wird das Segment spannend, zumal sich mittlerweile Firmen wie Amazon dahingehend engagieren. Ob aber jeder seine privaten Daten irgendwo im Internet wissen möchte und darauf vertrauen muss, dass diese von anderen unerreichbar bleiben, bleibt der individuellen Entscheidung überlassen.
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