
Keine fliegende Verdrahtung
Wer seine vier Wände renoviert oder gerade baut, der sollte das Netzwerk als integralen Bestandteil der Hauselektrik gleich mit einplanen. Ähnlich dem Strom oder der Hausantenne ist hier eine sternförmige Struktur optimal, das bedeutet, man hat einen zentralen Punkt, von dem aus alle Leitungen in die Räume geführt werden. Normalerweise kann man diesen dort platzieren, wo auch die Internetverbindung ins Haus gelangt, beispielsweise im Flur oder im Keller. Dorthin muss ja üblicherweise ohne hin der ganze Technikpark, seien es Modem, Router oder worüber auch immer das Internet ins Haus gelangt. Da macht es Sinn, dort auch alle Ethernetleitungen zusammen zu führen und diese entweder überkompakte Switches, die sich in den Schaltkasten integrieren lassen, miteinander zu vernetzen oder über ausgewachsene Lösungen, die dann in einem 19-Zoll Gehäuse untergebracht werden. Nicht erschrecken, bei umfangreichen Vernetzungen kann schon mal ein kleiner Schaltschrank gefüllt werden, dafür hat man aber auch Ausbaureserven für die Zukunft. Kabeltechnisch sollten Sie die bestmöglichen Leitungen verwenden, die bezahlbar sind, denn diese sind später nicht auszutauschen. Zum Ausgleich kann man erst einmal mit einem günstigen Switch starten, der „nur“ Datenraten von 100 Mbit/s unterstützt, aber diesen dann später gegen ein Gigabit-Modell austauschen. Das mag für die heimischen Datenmengen ein wenig überdimensioniert erscheinen, aber angesichts der Tatsache, dass schon heute zahllose Multiroom-Audio-Systeme ebenfalls auf Ethernetverbindungen setzen und nun auch Videoverteilung über diesen Standard statt findet, sind Reserven nie nutzlos, womit wir beim nächsten Thema wären: der Extraleitung. Kalkulieren sie ruhig, wie viele Netzwerkanschlüsse Sie in jedem Raum benötigen, und planen Sie dann einfach die doppelte Menge ein. Die Entwicklung bezüglich netzwerkfähiger Produkte ist rasant, und wenn es heute nur IT- und Entertainment-Produkte sind, dann können es morgen schon Hausgeräte sein, die nach einem Anschluss ans Netz verlangen. Die zusätzlichen Meter Kabel schlagen nicht mit großen Summen zu Buche, und die notwendigen Schlitzemüssen ja ohne hin gestemmt werden. Zum Ausgleich kann man die Reserveleitungen erst einmal in Blinddosen enden lassen und diese dann später bei Bedarf aufschalten, indem sie zentral an den Switch angeschlossen und im entsprechenden Raum mit einer Anschlussdose versehen werden.